Ich pfeif‘ drauf!! [Einmal mehr]

Heute hat mir jemand zum „reifen Alter“ gratuliert. „What?!“, dachte ich mir. Was soll das? Ich bin nicht in einem reifen Alter, ich bin ein Kindskopf. Ich habe meine Kindheit nicht verloren. Je n’ai pas perdu mon enfance!

Im Gegenteil, ich habe eine unbändige Lust auf Leben, auf Spass, auf Blödsinn machen… auf das „lebendige Leben“. Heute feiere ich also meinen Geburtstag. „Geburtstag feiern“ bedeutet „das Leben feiern“. Ich feiere das Leben aber nicht nur heute, ich feiere es mit jeder Begegnung, jeder Inspiration, jedem Ereignis. Ich feiere meinen Geburtstag irgendwie so 4 Monate lang. Oder sogar ein Jahr? Oder mehrere? Oder immer?

Vor einem halben Jahr hat mir der heutige Tag schier den „Kopf platzen lassen“. Mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten war im April 2019 der letzte Monat, um zu kündigen und rechtzeitig zu meinem 50. „frei“ zu werden. Natürlich haben viele Umstände und Gedanken mitgespielt.

„Mach’s. Und vertraue darauf, dass es gut kommt.“, hat mir jemand geraten.

Also los!, schreiben wir Geschichten, die wir später gern erzählen. https://wegwunder.ch/2018/01/01/ein-neues-jahr-faengt-an-also-los/

«How we spend our days is, of course, how we spend our lives.» https://wegwunder.ch/2018/08/18/one-day-or-day-one/

„Also gut, ich mach’s“, sagte Aschenbrödel. https://wegwunder.ch/2019/01/19/ich-pfeif-auf-den-herrn-knigge/

„Also gut, ich mach’s“, sagte ich mir am 30. April 2019. https://wegwunder.ch/2019/07/13/das-leben-oder-so/

Ich habe nicht bereut, dass ich’s gemacht habe.

Natürlich haben viele Menschen gesagt, ja du hast ja einen Mann, bist verheiratet. Der bringt Lohn nach Hause. Der gibt Sicherheit. Das stimmt natürlich einigermassen in der Theorie. Aber ich bin nicht eine Frau, die einen Ehemann als Ernährer sieht (das waren meine Eltern als ich ein Kind war). Das meine ich auch gar nicht böse gegenüber Frauen, die sich dafür entscheiden nicht berufstätig zu sein. Das bin ich einfach nicht. Ich funktioniere nicht so. Eher in etwa so: „Sei finanziell unabhängig, dann liebst du nur aus Liebe.“ (https://wegwunder.ch/2017/04/07/ich-bin-auch-eine-pariserin/)

In meinen Sommerferien dann habe ich ein tolles Jobangebot bekommen. Mit einem Beschäftigungsgrad von 60%, ab Januar 2020. Ich habe zugesagt. So bleiben also von diesem maximalen Jahr Auszeit vier Monate. Das ist total okay, denn die 60% geben mir weitere Freiheiten. Meine damalige Liste muss ich nicht als „to do“-Liste „abarbeiten“. Die Liste, die durchaus ernst gemeint war, damals zu diesem Zeitpunkt, hat etwas bewegt. Hat mir Mut gegeben… na ja, damals eigentlich eher Unruhe. Sie war sozusagen auch Antrieb für meine Veränderung.

Was ich heute sagen kann: Hast du Träume? Willst du sie bewahren? Ich hoffe nicht! Go for it! Mach dich auf! Nicht bewahren, sondern aufmachen. Träume anpacken. Leben. Für ein lebendiges Leben. Es muss ja nicht gleich so radikal sein, wie bei mir.

Für mich hat sich meine „Alterspubertät“ als Segen herausgestellt. Ich mag nicht von Midlife zu sprechen – wer weiss schon, wann Midlife ist? Aber in „der Mitte des Lebens“, in der Alterspubertät, habe ich die Chance ergriffen, meine Lebensweise zu hinterfragen. Damals vor einem halben Jahr hat es mir unglaubliches Kopfzerbrechen bereitet. Nun weiss ich: Der Midlife-Work-Change ist eine Chance. Und eine Auszeit ist… unglaublich wertvoll. Inspirierend. Man muss ja nicht gleich kündigen. Für mich stimmt es jedoch so. Die hohe Geschwindigkeit in meinem alten Job hätte ich nicht drosseln können. Ich hätte immer so weitergemacht.

PS. 
„Hasi?“
„Jaaaaa?“
„Was hast du heute Lustiges gemacht?“
„Hm“.
„Sag was.“
„Schon gut. Schon gut. Ich habe diesem Milo eine WhatsApp geschickt und ihn gefragt, warum er seine Kindheit verloren hat. Und ob er sie wiedergefunden hat.“
„Und, hast du Antwort bekommen?“
„Ja.“
„Hasi, ich liebe deine kleinen Verrücktheiten!“


Ein Gedanke zu “Ich pfeif‘ drauf!! [Einmal mehr]

  1. Warum sollte „unbändige Lust aufs Leben“ nur in der Kindheit Platz haben? Was heisst schon reif? Reif wofür? Manchmal bietet das Leben nach strengen Phasen wieder Freiräume. Wie diese jemand füllt, ist seine Entscheidung (hoffentlich), sonst spült es ihn/sie durchs leben. Wobei es auch durchaus mal am Platz ist, sich spülen, resp. treiben zu lassen. Auf jeden Fall gilt nicht für alle das Gleiche. 🙂 Liebe Grüsse und weiterhin schöne Auszeit! Herzliche Gratulation zum Geburtstag. Regula

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