Au an der Donau – Melk.

Endlich ein Restaurant nach seinem Gusto, dachte sich der Graf. Und als der Kellner kam, bestellte er ohne zu zögern „zwei Mal die Fledermaus, gebacken. – Zur Vorspeise“, betonte er augenzwinkernd. Der Kellner, der die Bestellung notierte, schaute kurz hoch. Da blitzten die beiden Eckzähne des Grafen auf. Der Kellner streifte den Blick des Grafen. Ihm lief ein Schauer den Rücken herab. Bemüht, sich nichts anzumerken, lief er Richtung Küche. Gab die Bestellung mit knappen Worten ab. Verliess das Restaurant durch die Hintertür, nahm mit langen Schritten Reissaus und wurde fortan nie wieder gesehen. Die Leute im Dorf rätselten ob des Geschehens. Und wunderten sich über die doch ziemlich grosse Fledermaus, die ab diesem Tage ihre Kreise in der Dämmerung zog. Der Graf aber, der Graf verliess das Dorf an diesem Tag mit einem leicht spöttischen Lächeln.

Liebe Nieder- und/oder Oberösterreicher*innen: Was genau ist „Fledermaus gebacken“? Jeder sachdienliche Hinweis wird entgegen genommen.

Was ich so unglaublich schätze an Fahrradreisen: Distanzen, die erfahren werden. Gegenden, die ich sonst nie kennengelernt hätte. Ab heute sind wir in der Wachau – zwischen Melk und Krems. Die Wachau ist berühmt für ihre sagenhaften Weissweine. Und für Marillen. Heute durften wir beim „Wachauer Spezialitäten Lechner-Melk“ in Melk (unbezahlte und unbeauftragte Werbung) Marillenlikör und Weisswein probieren. Wirklich überzeugend. Darum machten wir dann auch noch in der Weinbar halt.

Noch etwas Schönes an Fahrradreisen: Man kommt irgendwann an (meistens jedenfalls 😉) und hat richtig schönen Hunger. Aber vor dem Essen wird die Stadt auf einen Apéro besichtigt. Wenn alle (kulinarischen) Bedürfnisse erfüllt sind, gehts zum nächsten Grundbedürfnis: Schlafen. Herrlich!

Heute: über 80 km. Ein Rechenfehler. Die 20 km mehr, fehlen uns morgen. Hups.


4 Gedanken zu “Au an der Donau – Melk.

  1. Deine gebackene Fledermaus machte mich so neugierig, dass ich kurzerhand Tante Google um Rat fragte:
    *Gebackene Fledermaus: Als Fledermaus bezeichnet man in der Altwiener Küche jenes Teilstück vom Rind oder Schwein, das aus dem Kreuzbein gelöst wird, und das die Form einer Fledermaus hat. Stammt sie vom Rind, wird sie wie ein Tafelspitz zubereitet (also gekocht), die schweinere Version hingegen wird gerne gebacken (also paniert).*

    😉

    Liebe Grüße, Werner

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