I’m too sexy for…

… my love. (mit tiefer rauer Stimme)… tatatatatatata… too sexy for my love.

Gehen dir auch hin und wieder alte Songs durch den Kopf und du ertappst dich dabei, wie du sie summst, ja singst, ja mit imitierter tiefer rauher Stimme lasziv in ein imaginäres Mikrofon singst? Nicht? Hm. Okay. (Wäre mir lieber gewesen, du hättest spontan genickt und dich völlig wiedererkannt. Aber na ja, was soll ich sagen… I’m a model, you know what I mean)

Mir ist es diese Woche mit diesem Song aus den Nullerjahren ergangen. Jedenfalls trällerte ich also tagelang diesen Satz, bis der Teenager auch trällerte (was ich dann so irgendwie suboptimal fand). Nach einem richtig anstrengenden Homeoffice-Tag dann fand ich, wenn er schon von sich selbst so singt, soll er wenigstens das Original auch kennen. Dacht’ich so und spielte flugs den Song über meine Bluetooth Boxe ab. Was dann kam war richtig geil! Mein Junge und ich – wir tanzen ja beide Hip Hop nich – fetzten also über die Wohnzimmerplatten als ob es kein morgen gibt. (na ja, meine Knie hatten dann schon ein morgen… und was für einen).

Ausgepowert (jedenfalls ich) wurde aus Spass dann schnell ernst. Ich kann mich kaum mehr daran erinnern, wie wir auf dieses Thema gekommen sind. Jedenfalls waren wir dann in einem „Bienchen-und Blümchen“-Gespräch (Aufklärung Leute! Aufklärung! Jede Chance nutzen!)

Irgendwie sind wir dann zu LGBTQRST gekommen und ich sage so beiläufig: Ja in deiner Klasse (25 Kinder!) sind statistisch gesehen auch Menschen, die eben «anders» lieben als der Mainstream. (Hin und wieder sage ich solche Sachen auch zu anderen. Neulich hat jemand beim Mittagessen gemeint «wenn mein Sohn dann mal eine Freundin nach Hause bringt». Und ich so: «Oder einen Freund».) – Jedenfalls fragte mich der Teenager dann wie viele Menschen «anders lieben als der Mainstream». Eine interessante Frage. Ich wusste es auch nicht. 

Also haben wir das mal gesucht. Und gefunden. Mit statistischen Selbstangaben der Befragungsteilnehmer zu: Meine sexuelle Orientierung ist „ausschließlich heterosexuell“, „hauptsächlich heterosexuell, manchmal homosexuell“, „gleichermaßen heterosexuell und homosexuell“, „hauptsächlich homosexuell, manchmal heterosexuell“, „ausschließlich homosexuell“, „asexuell“, „keine Angabe“. Na ja, 10% der Befragten gaben etwas anderes an, als „ausschließlich heterosexuell“. 

Nach unseren statistischen Berechnungen sind wir also draufgekommen, dass in seiner Klasse 2.5 Menschen sind, die mal nicht nur heterosexuell lieben werden. Das war dann so ein bisschen eindrücklich.

Und ich hoffe dann mal, dass er aus der Lockerheit von mir, auch locker zu diesem Thema ist. Anderen und – wer weiss das schon, wie sein Kind mal lieben wird – sich selber gegenüber. Oh yeah, tarätarätä (oder doch tärätäräta?), (das wäre dann Prince ganz am Anfang des Songs Sign O‘ The Times) – aber genuch für heut liebe Leut.

I do my little turn on the catwalk… und catwalke too sexy … rüber zum Samstagsplausch von Andrea Karminrot und zum Wochenglück von Fräulein Ordnung.


10 Gedanken zu “I’m too sexy for…

  1. Ja, 10 Prozent, das macht zwei unerkannte Jugendliche pro Klasse. Sie sind für mich ein Grund, Themen rund um Gesellschaften (RZG = Räume, Zeiten, Gesellschaften) dahingehend sensibel zu behandeln. Es wäre schön, später mal zu hören: Frau Bartholdi war immer offen und hat für Toleranz plädiert. Sie hat mir das Leben erleichtert. Grüsse zu dir.

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  2. ‚m too sexy for my shirt
    Too sexy for my shirt
    So sexy it hurts …..
    Du nun wieder …. Nu hab ich ihn den Ohrwurm 🙂
    Dieses Thema kann man nicht oft genug und auch nicht offen genug ansprechen. Ich hoffe, das ich meine offene Einstellung an meine Nichten und Neffen weitergeben kann.
    Liebe Grüße
    Ivonne

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  3. Hallo meine liebe Sibylle,

    jetzt hast du es geschafft und mir einen Ohrwurm eingesetzt. Right Said Fred habe ich auch vor über 10 Jahren rauf und runter gehört und immer mitgesungen im Radio. Ich habe zwar keine Kinder aber hoffe doch sehr, das heutzutage egal ist ob hetero-, homo- oder bi-sexuell keine Frage mehr sein sollte. Inzwischen bin ich 56 Jahre alt und hatte um die 20 einen so lieben Arbeitskollegen der Homo war und es echt schwer damals hatte. Ich hoffe, die Zeiten kommen niemals zurück dass man sich um seine Neigung schämen oder Sorgen machen muss.

    Liebe Grüße, Burgi vom Bodensee

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    1. Hallo Burgi – ich wusste gar nicht mehr, wer „Right Said Fred“ war… ein rascher Klick und alles ist klar! – Und ja, es ist zu hoffen, dass wir uns als Gesellschaft nicht rückschrittlich entwickeln. Einen schönen Sonntagabend.
      Herzliche Grüsse an den Bodensee,
      Sibylle

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  4. Ach wat bin ick froh aus dem Thema heil rausgekommen zu sein. Welche Richtung auch immer meine Monster einschlagen und eingeschlagen haben, es soll mir recht sein. Sie müssen glücklich sein.

    Ich träller auch immer gern. Ob ich den Text nun kann oder nicht. Was meinen Monsterjungen immer zur Verzweiflung gebracht hat.
    Träller mal ruhig weiter
    Andrea

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