Ich pfeif‘ auf den Herrn Knigge.

Herr Knigge kann mich mal. Ich wünsche ein glückliches Jahr wann ich will. Und nicht nur in der ersten Woche des neuen Jahres.

Ich wünsche dir also ein glückliches Neues Jahr. Welche Hoffnungen setzt du in dieses Jahr? Darf alles so weitergehen wie bisher? Hast du eine Wunschliste? Von Traumlisten habe ich auch schon mal geschrieben: Traumlisten. Mein Credo 2018 war dann kurz gesagt: Also los!

Ich mag ja die Zeit zwischen den Jahren sehr. Sie dehnt sich herrlich aus. Das einzig störende diesmal war, dass ich mich etwas getrieben fühlte, die Schränke zu räumen und Überflüssiges und nicht mehr Gebrauchtes zu entsorgen. Irgendwann gab ich diesmal dann auch auf. Ich war zu energielos, zu müde. Während ich „den kleinen Lord“ also nur mit einem Auge vom Schrank aus gesehen habe, guckte ich „drei Nüsse für Aschenbrödel“ voller Konzentration auf dem Sofa lümmelnd. Ich weiss nicht, wieviele Jahre ich das schon zwischen den Jahren gucke. Sicher gab’s da auch mal Pausen. (Zum Beispiel damals als ich in einem ratternden Zug nach Chiang Mai unterwegs war und kaum Schlaf fand, weil ich die Räder beinahe hüpfen fühlte – zum Glück immer wieder zurück auf die Schienen. Aber eben, so sicher konnte ich damals nicht sein)

Ich habe mich diese Woche sehr über den Schnee und den Bergen gefreut und habe mit dem Teenager den halben Garten beim Berghäuschen „umgegraben“ und Schneeburgen gebaut.

Jedenfalls dieses Jahr – also letztes Jahr – also im Dezember 2018 – ist mir ein Satz von Aschenbrödel speziell aufgefallen: „Also gut, ich mach’s“. Nur wegen diesem Satz, wegen dieser inneren Haltung, dieser Überzeugung gab’s ein Happy End. Oder anders gesagt: Darum sind Aschenbrödel und der Prinz zusammengekommen. „Also gut, ich mach’s“, sagt Aschenbrödel zu Nikolaus, ihrem Schimmel. Da unten an der Treppe, als sie den Mut verliert. Natürlich hat Nikolaus sie vorher aufmunternd angestupst.

Ein bisschen Mut und sich einen Ruck geben: Also gut, ich mach’s! (Du musst einfach dafür sorgen, dass die Reihe der Treppenpfosten mit „mach ich’s“, „mach ich’s nicht“ und „mach ich’s“ genau so endet…)

Aschenbrödel behielt auch ihren eigenen Willen. Hier die Beweisführung, den Dialog hab‘ ich mir damals gleich notiert (ich lümmelte mich mit Laptop aufm Sofa): Sie so: „Sie haben vergessen, die Braut zu fragen, ob sie auch möchte.“ – Er so: „Würden Sie mir einen Korb geben? Das wäre wohl unerhört.“ … „Schade, solange Sie die Antwort auf mein Rätsel nicht wissen… leben Sie wohl.“ – und weg war sie. Yep. Tschechisch-deutsche Emanzipation der 70er Jahre.

Ich wünsch‘ dir: „Also gut, mach’s“ – wann, wenn nicht im 2019?

Also gut, auf zum Samstagsplausch von Andrea Karminrot und zum Wochenglück von Fräulein Ordnung.


6 Gedanken zu “Ich pfeif‘ auf den Herrn Knigge.

  1. Es ist tatsächlich voll in Ordnung, voll emanzipiert, Drei Nüsse für Aschenbrödel zu lieben. Sie ist klug, braucht keine schönen Kleider, spielt keine Spielchen, eine Frau der Tat. Sie kann arbeiten, reiten, Bogen schiessen. Liebe Grüsse von Regula

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