Der Füdlibürger.

Der Füdlibürger. Oder der Bünzli. So lautet die Schweizer Übersetzung von Spiessbürger. Ich habe den Begriff „Füdlibürger“ und „Bünzli“ schon wirklich lange nicht mehr im alltäglichen Sprachgebrauch gehört. Darauf gekommen bin ich wegen den fünf Fragen am Fünften, also wegen der 1. der 5:

1. Was ist das Spießigste, das du besitzt?
Ich musste ziemlich schmunzeln, als ich vom Fusselrasierer von Luzia Pimpinella gelesen habe. So einer liegt bei mir auch im Schrank. Ich hab‘ ihn vor Jahren von einer Freundin geschenkt bekommen, nachdem ich im fusseligen Pullover aufgetaucht bin. – Wie auch immer, das Wort „spiessig“ faszinierte mich und ich gab’s im Browser ein. Der mir den Spiessbürger ausspuckte – oder eben in Mundart richtig charmant „den Füdlibürger“.  

Natürlich ist es kein nettes Wort. So steht denn auch, dass es abwertend gemeint ist. Dass es engstirnige Menschen bezeichnet. Geistig Unbewegliche. Veränderung hassende Menschen. Die gern konform sind und es am liebsten haben, wenn alles gleich ist. Was also ist das Spiessigste, was ich besitze? Die flotte Lotte (das Passehuite)? Pah, nicht wirklich oder?

Ich frage also den Mann, was sein spiessigster Besitz ist. Rang 1: Eine Blockflöte. Weiter haben wir uns dann plötzlich über „lange Unterhosen“ und Adiletten unterhalten. Natürlich haben wir keine „echten“ langen Unterhosen mehr, sondern Therme-Unterwäsche (die sich über der U-Hose trägt – natürlich). Ausserdem sind beim Mann immer noch Stoffnastücher in Gebrauch. Das ist vielleicht spiessig, könnte aber der nächste nachhaltige Trend sein… . (Dass er jahrelang sein Gnägi noch hatte, verschweige ich wohl besser – dio mio dieses Wort: Gnägi… hahaha).

Wenn ich schon mal dabei bin, kann ich die andern Vier auch noch mitnehmen, oder?

2. Worin bist du so richtig schlecht und das ist vollkommen okay?
Bügeln. Genauer: Hemden bügeln.

3. Füllst du gern Tests aus?
x Nein

4. Welche Worte möchtest du irgendwann noch von jemandem hören?
Vom Teenager gern etwas in der Art: „Du hattest ja sooooooo recht!“ (Und ich so: „Womit?“) Und er so: „Mit allem, einfach allem.“ – Wenn ich mir das so vorstelle, geht’s mir r-i-c-h-t-i-g gut. (Was richtig gut tut, so mit ’nem pubertierenden Teenager zu Hause…)
Vom Mann, ca. mit 80, aufm Bänkli sitzend, Händchen haltend: Weisst du noch, damals 2003 in der Südsee? Das haben wir richtig gut auf die Reihe gekriegt!

5. Was ist für dich an Weihnachten wichtig?
Zusammenkommen, essen, trinken, singen, lachen. Ein Überraschungsgeschenk bekommen. Ein Überraschungsgeschenk geben.

Verlinkt beim Friday-Flowerday von Holunderbluetchen und bei „fünf Fragen am Fünften“.


6 Gedanken zu “Der Füdlibürger.

  1. Ach, ich liebe die schwyzertütschen Ausdrücke, mindestens so schön wie die kölschen ( Schmierwoosch z.B. )!😉
    Bon week-end!
    Astrid
    P.S. Meine Great Woman der Woche kam übrigens aus der Schweiz, gar keine
    Füdlibürgerin!

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