Candle light dinner.

Ich komme am Dienstagabend nach Hause. Zwei fordernde Arbeitstage auf den Schultern. Als ich die Türe öffne, strömt mir ein leckerer Kochduft in die Nase. Vor mir auf dem Boden liegt meine Yogamatte als Läufer. Später werde ich erfahren, dass diese den roten Teppich symbolisieren soll. Der Teenager springt mir entgegen, ich darf noch nicht ins Ess-/Wohnzimmer treten.

Ein flüchtiger Blick von mir erheischt trotzdem zwei Sektgläser auf dem Tisch. Kerzenlicht. (Ab diesem Moment frage ich mich, welches Datum ist? Hab‘ ich den Hochzeitstag vergessen? Nö, der ist im August. Etwa einen Geburtstag? Auch nicht.) Der Mann kommt vom hinteren Teil der Wohnung, er musste sein Hemd anbehalten. Zusammen dürfen wir nun „in die gute Stube“ eintreten. Der Tisch ist für zwei gedeckt, das Silberbesteck liegt auf. Die schönen Blumen vom letzten Freitag. Servietten, die in Herzform verschnitten wurden.

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In die Sektgläser kommt Cola. Widerrede ausgeschlossen. In der Küche herrscht Hochbetrieb. Der Teenager hat eine eigene Salatsauce gemacht, Feldsalat gekauft, hübsch auf Teller angerichtet und der feine Duft stammte vom kross gebratenen Speck.

Das ist erst die Vorspeise!

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Zur Hauptspeise wird ein Toast Hawaii serviert. Der Teenager-Kellner isst in der Küche – wir haben ein Tête-à-tête. Zum Hauptgang werden zwei Weingläser mit der fast restlichen Cola gefüllt – der Kellner trinkt den letzten Schluck direkt aus der Halbliterflasche.

Was für eine Begrüssung, was für ein Abendessen. ♡

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Auch das war diese Woche. Darum mag ich den Winter. Wochenenden in den Bergen und oberhalb der Nebelgrenze – einmal mehr. Bald schon langweilig… ?

Am nächsten Tag dann. Eine kleine Diskussion übers gamen. Der Teenager mault: „Erziehungspersonen nerven“. Was für ein Wort. (Man muss sich das mal in Schweizer Dialekt vorstellen…)

Meine Woche flattert zum Samstagsplausch von Andrea Karminrot und zum Wochenglück von Fräulein Ordnung. Die Nebeldecke von oben darf zur Raumfee.


13 Gedanken zu “Candle light dinner.

  1. Oh wie witzig. Wir haben früher auch immer „Restaurant“ gespielt und Mutti feinste Spargel-Tütensuppe serviert mit klassischer Musik und Kerzenschein. Sie hat sich tierisch darüber gefreut.
    Danke für die Erinnerung und ein schönes Wochenende, Tobia

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  2. Na das nenne ich eine gelungene Überraschung 😉 so macht das Heimkommen noch viel mehr Spaß, ja und egal wie alt die Kinder sind „Erziehungspersonen“ sind wohl überall gleich beliebt!
    Liebe Grüße
    Kirsi

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  3. Hach, irgendwann wirst du es ab und an vermissen, dieses Granteln und Maulen… Wobei: Alter ist auch schön. Nicht wegen der körperlichen Defizite ( die man einfach nicht überbewerten sollte ), aber dem ausgeglicheneren gemütszustand.
    Bon week -end!
    Astrid
    P.S. Und noch viel mehr solcher Fotos der Bergwelt. Ich vermisse sie schrecklich.

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  4. das ist ja sowas von lieb! da können trotz aller maulerei die erziehungspersonen stolz auf den teenager sein!
    das bergige himmelsbild ist traumhaft schön und sowas von gar nicht langweilig!
    lg von einer flachlandtirolerin.
    mano

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