Loslassen. [1.5 Millionen Milben]

Neulich hab‘ ich mit meiner Arbeitskollegin über „Besitz“ gesprochen. Besitz kann nicht nur erfreuen, sondern auch belasten. Jeder Besitz bindet in irgendeiner Form Energie. Aufmerksamkeit, Pflege (und wenn es nur das drum herum staubsaugen ist…), Unterhalt und Platz. Ganz konkret ging es um Freunde, die ein Ferienhaus besitzen, aber nur noch zum Arbeiten (Gras mähen, Reparaturen ausführen…) hoch gehen. Und jedes Mal so reinigen müssen, dass wieder Gäste ins Haus könnten. Es tönt gar nicht mehr nach Freude. „Sie können es ja verkaufen“ – meinte meine Arbeitskollegin. Ich kenne sie gut genug, um zu wissen, dass sie genau das tun würde. Und damit auch loslassen würde. Warum nur halten die meisten Menschen dennoch an solchem „Besitz“ fest?

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Über den Wolken… muss die Freiheit wohl grenzenlos sein… (letzten Sonntag)

Noch ein Bürogespräch. Nach dem Essen zu einem Kaffee. Die eine Kollegin hat innerhalb kurzer Zeit zwei Pensionierte getroffen. Und während der Eine in seiner neuen Freizeit und Freiheit aufging, ging die Andere genau darin „unter“. Ich so ganz spontan, „mit 58 möchte ich frühzeitig pensioniert werden“ … „und ein paar Jahre vorher meinen aktuellen Job abgeben und noch Teilzeit arbeiten“ (vielleicht dann bei meiner Nachfolge).  Das, hat auch mit Loslassen zu tun. Und mit Geld sparen. Das Statement meiner Kollegin war klar. „Lieber mit etwas weniger Geld in Rente, dafür die Freiheit etwas früher (noch gesund) geniessen.“

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Wenn ich Zeit habe, bin ich gern auch in virtuellen Zeitungen. So bin ich also darauf gestossen: 10 Things To Do the First 10 Minutes of Your Day. Nun denn…

  1. Don’t hit snooze: Nein, ich drücke kaum je die Schlummertaste. Bin also voll im Rennen – was nicht heisst, dass ich leichtfüssig aufstehe
  2. Write something down: Gute Ideen oder gute Träume im Schlaf? Hahaha, also gute Ideen träume ich nie. Und was ich träume, weiss ich nicht mehr. Und wenn ich es doch mal noch weiss, dann wüsste ich es lieber auch nicht
  3. Forget yesterday, focus on today: Still stressed about things that happened yesterday? Why? You can’t change it so let it go. Das wäre bei mir dann eher am Abend. Im Bett liegend. Der Tag geht nochmals durch den Kopf. Gedanken bleiben irgendwo hängen. Ab jetzt: Let it go. (Loslassen!)
  4. Think of something you’re grateful for/excited about: Ganz schwierig am Morgen früh (ich bin sicher, wenn ich mal pensioniert bin, kann ich nicht mehr ausschlafen… aus reiner Gewohnheit! Grrrrhhh!!)
  5. Leave your phone alone: Absolut kein Problem. Hier wird sogar nur für die ersten 10 Minuten plädiert. „Do yourself a favor and log at least 10 minutes of life sans screen time first thing in the morning.“ Da ich nicht die Welt retten muss, check ich am Morgen früh nach dem Aufstehen auch keine Mails… ganz einfach!

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  1. Drink a glass of water: Unbedingt. Und wenn ich ins Büro fahre, habe ich nach der Ankunft schon 6 dl Wasser im Zug getrunken. Damit die Bandscheiben genug abkriegen, auch wenn ich dann im Büro „vergesse“ zu trinken. (Kein Witz, wer zu wenig trinkt, versorgt insbesondere auch die Wirbelgelenke im Rücken schlecht…)
  2. Get some natural light: Das wäre dann die Stelle, an der ich die Winterzeit offiziell nochmals anklagen kann…
  3. Stretch: Zählt da „Socken anziehen“ in Verbindung mit einem Alter von ü40 auch? Denn Socken anziehen ist doch wohl für über 40-jährige das Morgendehnen, oder?
  4. Make the bed: Jetzt wird’s ernst, Veto! Opposition! Einsprache! Geht gar nicht! Mach ja nicht dein Be-he-ett! Das muss zuerst ausgiebig lüften. Ich zitiere: „Ein ordentlich gemachtes Bett erleichtert den Milben das Überleben“ und „Denn die über Nacht durch Schwitzen angesammelte Flüssigkeit kann unter der zusammengelegten Bettdecke nicht richtig entweichen und die hohe Luftfeuchtigkeit in der Decke und Matratze bleibt erhalten.“
  5. Do something you don’t want to (and cross it off your list): Ich. führe. keine. todo-Liste. Punkt.
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Im Zug einen Artikel über die rasante Entwicklung gelesen – rasante Entwicklungen gibt es jedoch seit vielen Jahrhunderten – eine war zum Beispiel die Glühbirne. Das Innenteil gleicht einem Männchen.
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Im selben Artikel dies gelesen…

Keine 1.5 Millionen Milben dafür Gedanken zum Loslassen und die ersten 10 Dinge der ersten 10 Minuten gehen zum Samstagsplausch von Andrea Karminrot und zum Wochenglück von Fräulein Ordnung. Die Himmel versuche ich mal wieder bei Die Raumfee zu verlinken.


11 Gedanken zu “Loslassen. [1.5 Millionen Milben]

  1. Das sehe ich ähnlich. Wenn ich könnte würde ich sofort aufhören. Aber leider… Die meisten wollen aber lieber mehr Geld mit nehmen. Ich möchte gesund bleiben und mich nicht durch Stress, etc. fertig machen lassen. Aber das muss jeder für sich beschließen.
    Dir eine schönes Wochenende und herzlichen Gruß Sylvia

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  2. …sehr interessant und unterhaltsam geschrieben…und ich stimme in vielem zu…bis hin zum Bett nicht machen, mache ich schon seit Jahren nicht, nur durchschütteln, aufdecken, lüften…

    wünsche dir einen schönen Sonntag,
    liebe Grüße Birgitt

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  3. Lieber mit Milben im Bett als ganz alleine….
    Ach ja, diese Tipps… Ich mach mir so gerne meine eigen Regeln…Wie sagte Erich Mühsam?“Gott, Leben, Brunst, Rausch, Chaos“ Das vielleicht mein einziger Tipp ( für Pensionierte ). Irgendwann, so geht es uns allen, hörst du das vorletzte Signal…
    In diesem Sinne gute Nacht!
    Astrid

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    1. … ja das Leben will offenbar optimiert werden – auch mit Listen (oder müsste ich schreiben vor allem mit Listen?) … für mich bedeutet das gelegentliche Inspiration, je nachdem mal Ausprobieren, das mitnehmen, was mir gefällt und den Rest bleiben lassen. Ohne schlechte Gefühle. Liebe Grüsse, Sibylle

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  4. hihi..
    sehr interessant..
    trinken..ok.. ich trink viiiel zu wenig
    mein Bett decke ich auch nur auf

    und früh in Rente gehen??
    (mich betrifft es nicht aber ich weiß was es heißt mit wenig Rente ( WWR ) auskommen zu müssen )
    und wenn man dann in Rente ist….
    mein Mann sagte immer..dann hat man die Arbeitnehmer Krankheit ..
    man steht auf wie gewohnt antatt länger liegen zu bleiben …

    Snooze.. noch mal rumdrehen.. hach ist das schön 😉

    liebe Grüße
    Rosi

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