Ich bin (auch) eine Pariserin.

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Inspiriert durch den Seerosenteich von Monet, Giverny

Um die 20 war ich jährlich in Paris. Habe auch mal drei Monate in Paris „gelebt“. (Soweit man bei drei Monaten von „leben“ sprechen kann) Jetzt bin ich auf das Buch «How to be Parisian ⭐︎ Wherever you are» gestossen, hab’s mal aus der Bücherei mitgenommen, wollte kurz reingucken, etwas blättern, und gut ist. Welch Überraschung! Ich bin (auch) eine Pariserin! Ich muss eine pariserische Seele haben! Ein paar Beispiele gefällig?

  • Weniger ist mehr. Bei Schminke, Farben und Accessoires
  • Schmuck schlicht und wenig
  • Ein Pullover hängt im Schrank? Nicht mehr und nicht weniger? Dann Kaschmir
  • Fingernägel „kurz“ (nicht ganz so wie Männer, aber auch nicht künstlich und lang). Farbe ist OK, aber kein „must“
  • Dekolleté? Keine Einblicke, allenfalls eine Andeutung von Einblick – aber nur beim sich nach vorne beugen
  • Fake-Designertasche, Fake-Busen, Fake-Lippen (Style Schlauchboot) geht gar nicht
  • Bauchfrei ist ein no-go – wir sind nicht mehr 15 (ausser vielleicht, du bist Heidi Klum – falls du Heidi Klum bist, empfehle ich dir die Buchlektüre, denn hier lernst du echten Stil)
  • Jeans schlicht, mit hübschem Oberteil (z.B. Bluse, aber nicht bieder! Weiss ist klassisch und geht immer), schöne Schuhe – das Outfit ist perfekt (Keine Löcher oder gar Drahtbürstenbehandlung der Jeans)
  • Kunstfasern (Nylon, Polyester, Viskose und Vinyl) vermeidet die Pariserin (müffelt zu schnell, unangenehm)
  • Ein bisschen Melancholie, ein bisschen verrückt, eine Prise chaotisch – und das alles mit einer Lässigkeit, die alles luftig leicht aussehen lässt (Das mit der Lässigkeit müsste ich noch üben. Hab‘ aber grad keine Lust 🙃)
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In meiner „Pariser-Zeit“ war ich tatsächlich mal in Giverny
  • Einer meiner Lieblinge auf Seite 227… „Sie (die Pariserin) (und ich) liebt es, sich selbst Blumen zu schenken.“
  • Damit kann ich allerdings persönlich gar nichts anfangen: „Ein Teller frischer Seeigel“ (Da bleib‘ ich lieber bei einem Teller frischem Badischem Spargel…)
  • Und wenn wir gerade bei der Kulinarik sind: AAAAA werde ich glaub’s definitiv nie bestellen
  • „Eine riesige Sonnenbrille, um am Morgen die müden Augen zu verstecken“ passt grad perfekt, weil ich mir endlich mal wieder eine korrigierte Sonnenbrille schenke!! Freu. (Was ich bisher hatte? Einen Rentner-Clip auf der normalen Korrekturbrille. So praktisch, wie hässlich. Da darf man sich nichts vormachen)

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Auch im Buch, Zitate, die von Mutter zu Tochter weitergegeben werden:
⭐︎ Bloss weil du nur ein Leben hast, solltest du keine Angst davor haben, es zu verpfuschen.
⭐︎ Sei finanziell unabhängig, dann liebst du nur aus Liebe.
⭐︎ Kultur ist wie gesundes Essen und lässt deinen Teint strahlen.
⭐︎ Und, von Coco Chanel: Die einzig schönen Augen sind die, die dich voller Liebe ansehen.

Über alles ein hübsches Buch, das sich einfach und ansprechend liest. Und mich an Paris und meine Zeiten in Paris erinnert… . Um die 20 hab‘ ich auch Tagebuch geschrieben. Zum Auftakt meiner drei Monate in Paris stand dies hier drin. – Keine Angst nicht autobiografisch! Und auch nicht von mir.

In einem kleinen Zimmer in Paris

In einem kleinen Zimmer in Paris, wo ich den Kopf vor Sehnsucht gegen alle Wände stiess und deinen Namen leise in den Spiegel schrie, doch keiner hörte es und keiner kam und niemand nahm mich in den Arm wie du, der mich verliess. Als du gingst, hast du gesagt: „Du machst das schon mein Kleines, irgendwie… „

Oh ja, mein Mann, ich weine ohne Träne jede Nacht, ich liebe dich auch wenn es einsam macht. Ich sterbe so dahin und frag nicht mehr nach einem Sinn in diesem kleinen Zimmer hier, wo Gaukler wohnten, Trinker, Diebe. Es war umsonst, denn es war Liebe. Die Liebe mit dem Leben büssen, warten, bis das Leben dich vergisst, jede Nacht bleibt mir, auch wenn es Tag geworden ist.

Dann war es still… . Es gingen wieder viele Jahre hin. Ich blieb hier in diesem kleinen Zimmer in Paris, und trank mit Trinkern auf ihr Glück und sang mit Gauklern Liebeslieder, und morgens kamen auch die Diebe wieder, nur du, du kamst nie zurück.

[Wolf Wondratschek]

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Verlinkt bei Holunderbluetchen – cordialement.


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