Ich blogge, also bin ich (kreativ). Eigentlich: Mein Claim.

Im wilden Westen war es fundamental wichtig, seinen Claim abzustecken. Ein Goldsucher, der seinen Claim nicht gesichert, nicht registriert hat, guckte in die Röhre.

Ein Blog bewegt sich auch in einem bestimmten Radius. Die einen nähen, backen, kochen, stricken, fotografieren, dekorieren, gärtnern, … . Und ich? Ich schreibe gern. Fotografiere. Probiere gelegentlich was aus in der Küche. Hab’s gern lustig. Und mag es ästhetisch – aus Sicht Grafikdesign. Nach den ersten Gehversuchen auf Blogger, musste mehr Ästhetik her. Was ich auf Blogger nicht wirklich hinkriegte, herum pröbeln brauchte einfach zu viel Zeit. Die ich lieber für anderes brauche. Also einen Schlechtwetter-Tag eingesetzt und einen Kurs besucht. (Ein Glück war an diesem Tag tatsächlich Schlechtwetter)

Letzten Dezember war dann „Relaunch“ bei Wordpress. Nicht ganz ohne Eitelkeit: Eine eigene Internetadresse sollte es – bitte schön – sein. Ohne xxxwunder.wordpress.com, nein, die Adresse sollte ganz MEIN MEIN MEIN sein! Mit Support. Und ohne Werbung, ich will keine Werbefläche sein. Ich will einen Blog.

WordPress ist übrigens eine fürsorgliche Mama. Manchmal kommuniziert sie mit mir. Lobende Worte, wenn ich „viel traffic“ bekomme. Aufmunternd, wenn ich die Rubrik Follower anschaue 😉. WordPress-Mama teilt mir dann mit: „Mach auf dich aufmerksam: Kommentiere Beiträge, die du gelesen hast“. Echt. Das geht jetzt gar nicht. Ich kommentiere nicht, um „mehr traffic“ zu bekommen. Das, finde ich nicht OK, Mama WordPress. Häufig kommentiere ich nicht mal dann, wenn mich ein Beitrag interessiert und mir gefällt, leider. (Ja, ich weiss Kommentare sind das Salz in der Suppe, die Sterne am Himmel, trotzdem – nicht immer fällt mir etwas Passendes ein, manchmal würde ich einfach gern einen ☆ anklicken, was aber bei Blogger nicht geht und leider kann ich mit meiner WordPress Identität bei Blogger nur kommentieren, wenn „Name/URL“ aktiviert ist) Meine wiederkehrenden Besuche zeigen dir jedoch in der Statistik, dass mir gefällt, was ich sehe und lese.

Als Blogger könnte man ja offenbar leicht der Versuchung erliegen, ganz gezielt Lesende und potenzielle Follower zu umgarnen. Hier ein Like, da ein „Gefällt mir“, ein bisschen kommentieren, mal hier mal dort. „Followen“ ohne jemals in der Lage zu sein, diese Blogs überhaupt alle zu lesen. Das liegt mir nicht.

Macht ihr das? Ich meine, kommentieren, bloss um den Blog bekannter zu machen? Äh, keine Angst das jetzt zu kommentieren… hehehe.

Eigentlich wollte ich ja über meinen Claim sprechen. Also über die Zeile unterhalb von „wegwunder“. Da steht seit einiger Zeit «poetisch, witzig, ernsthaft, kulinarisch, unternehmenslustig, lesend, lachend». Was mich noch nicht wirklich zufrieden stellt. (Ja, Sprache lässt mich nachdenken) Denn, ich kann ja nicht behaupten, dieser Blog ist „witzig“. Genauso wie die Schönheit im Auge des Betrachters liegt, liegt der Humor im Charakter der Lesenden. Bin ich oder mein Blog poetisch? Fand das Wort einfach schön. (Ja, das ist wie in der Werbung) Und ab und zu geht’s ja hier auch wie im Poesiealbum zu und her. Wenn ich einen Gedankenfunken abfeuere.

Kulinarisch, hm? (Sag das mal dem Mann. Hab auf Reisen in Asien gern und freudig das Schweizer Kreuz oder die Bundesflagge überm Restaurant angesteuert) Unternehmenslustig? Ja, definitiv. Lesend und lachend? Unpassende Wortart. (Alles andere sind Adjektive… oder so).

Hm, was gäbe es denn noch… lebendig (tönt mehr nach Seniorenenergiekapsel-Werbung), herzhaft (Currywurstbuden-Werbung), mystisch (Parfum-Werbung), aktiv (Knieprothesen-Werbung), vital (Hundefutter-Werbung), abenteuerlich (Outdoorjacken-Werbung), …

Ächz. Ist das anstrengend. Vielleicht einfach – nichts machen.

Ein Bild hab‘ ich noch dazu. Mein einziger „echter“ Claim (man beachte die Ästchen, die den Claim markieren): Rotes Gold. Safran-Miniplantage. Soll dann im Herbst expandieren. Ist also ein Projekt. Und qualifiziert mich hoffentlich zusammen mit dem kreativen Schreiben für den Creadienstag.

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Kreatives tun wünsche ich dir!


6 Gedanken zu “Ich blogge, also bin ich (kreativ). Eigentlich: Mein Claim.

  1. moin… s gibt noch ein grund sterne oder kommentare zu verteilen: keine andere möglichkeit sich leute zu merken zb. und eben nicht fürderhin -zugetextet- zu werden. voici: dieser -weg…- ist so bei mir gespeichert ohne irgendwelche verbindlichkeiten; und aufmerksamkeit ist ja doch gewollt wissen schreibende…

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  2. Weshalb bist du so krampfhaft auf der Suche nach passenden Adjektiven zu deinem Blog? Vielleicht kannst du auch in einem kurzen Satz oder in einer passenden Phrase zusammenfassen, um was es dir geht. Zum Beispiel „Aus dem Leben gegriffen“ – immerhin scheinst du ja recht kunterbunt alle mögliche Themen aus deinem Alltag zu beleuchten, oder? 🙂

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