Fundstücke zum 5.

Der Februar plätscherte lange Zeit vor sich hin. Fundstücke? Nichts in Sicht.

Aber da, auf einmal, habe ich etwas sehr Wertvolles gefunden: Mein neues Ich. Da biste paff, dachte ich mir. Ich war gar nicht auf der Suche, jedenfalls nicht nach mir. Als ich es am wenigsten erwartete, schrie mich dieses überdimensionale Plakat am HB Zürich regelrecht an! Also nicht mich, sondern mein «happy new you». Ich habe mich also nicht nur neu, sondern auch noch glücklich gefunden!

Es traf mich wie Amors Pfeil! Auch die Tatsache, dass ich – gefälligst (so scheint es mir) – jung zu leben habe. (Was, wenn ich nicht mehr jung bin? Bis wie alt äh jung, ist man jung? Das, liebe Lesende, war eine rhetorische Frage. Und wie ihr wisst, dienen rhetorische Fragen nicht dazu… )

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Liven wir also young. Äh, danke auch für die guten Wünsche zum healthy-new-year.

Ich wusste nun natürlich schon länger, dass ich mein eigenes Wunder bin. Und, dass ich liebe, was ich tue und tue, was ich liebe. Und selbstverständlich tue ich auch mehr, was mich glücklich macht. Die Dinge, die ich nicht liebe und trotzdem tun muss – wie könnt’s anders sein – liebe ich. Ein schauderhaftes Durcheinander.

Die Meine Erleuchtung: Neu ist der neue Hype.

40 ist das neue 30 – und na klar, fuffzig darum die neue 40.
Weiss ist das neue Schwarz, Grau das neue Weiss,
Grün das neue Grau – ich hab‘ mich längst in der Farbpalette verloren.
Offline ist der neue Luxus.
Und Superfood der neue beauty-Food.
Vegan das neue Vegetarisch.

offline is the new luxury

Ächz. Und ich war noch nicht mal beim Beauty-Food angekommen und sollte schon offline sein… ? Wie google ich denn das hipste Superfood-Rezept? KRONK. Was für ein Tempo! Feder- statt Blumenkohl, Chia- statt Leinsamen, „Nose-To-Tail“ äh „Leaf-to-Root“ neu auch für Gemüse (ihr esst wirklich die Wurzeln von Kopfsalat?), der Zug ist auch ein Bus, hyggelig statt heimelig (Hygge. ist. DER. neue. Trend. aus. Dänemark!), …, schnauf!

Findet das alles wirklich statt? Oder steht das alles bloss in Zeitschriften, auf Plakaten, Postkarten, in der Werbung und sonst wo? Brauchen wir dauernd neue Hypes? Wohin gehn‘ all die Dinge die „out“ sind? Und vielleicht noch viel essenzieller: Woraus werden all die neuen Dinge gemacht? Mit welchem Ressourcenaufwand und -einsatz? Auf wessen Kosten?

Ich habe mein neues Ich dann jedenfalls nicht mitgenommen. Ich bin total zufrieden mit meinem Alten. Auch wenn es bereits „mittel-alt“ ist.

Und hey, na klar, ich lass‘ mich auch gern inspirieren, probiere neue Rezepte und wiederentdeckte Lebensmittel, lasse mich von guten Gedanken und motivierenden Sprüchen einen Moment oder mehr begleiten. Aber mir hypts [heipts] ein bitzeli zu viel. (Atem)-Pause.

Hyper, hyper! Bis zum nächsten 5. Bin gespannt, was ich im März finde.


Ein Gedanke zu “Fundstücke zum 5.

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