Italien. Ligurische Küste.

Eine Woche Ferien ohne den Mann. Wunschziel Ligurien. Die Cinque Terre sehen. Südliche Lebensart spüren.

Seit gefühlten Jahrzehnten habe ich keine Ferien mehr mit meiner Mama gemacht. Ohne Navigationsgerät und Italienkarte (die lag bei ihr zu Hause, hmm) haben sich also drei Generationen auf den Weg gemacht.

So war es – irgendwie und doch nur ein bisschen:

  • Die ligurische Küste ist wunderschön, felsig, viele Dörfer, Buchten – aber keine „kilometerlangen“ Sandstrände à la Toscana.
  • Obwohl ich im Alltag kaum „Fischesserin“ bin, habe ich bei Polpo Mario („Tintenfisch“ Mario) eine Goldbrasse nach ligurischer Art bestellt und durch die Kellnerin filetieren lassen – wie lecker das ausgesehen hat, siehst du hier… Goldbrasse auf meinem Instagram. Das „filetieren lassen“ war ein weiser Entscheid. Denn der Nachbaresser hat dies selber getan und es sah nicht nach Genuss aus – eher nach Chirurg, der etwas seziert und zwar etwas ziemlich Ausserirdisches.
    Ristorante Polpo Mario, Via XXV Aprile 163, Sestri Levante.
  • Meine Mama hört nicht mehr gut. Manchmal aber erstaunlich gut.
  • Ich liebe frische Ravioli – ravioli verdura (Gemüseravioli, genauer Spinat und Ricotta Füllung). Unbedingt Kühltasche mitnehmen!!!
  • Das Kind ist immer noch eine Wasserratte.
  • „Salve“ ist nicht nur bei Asterix & Obelix bzw. den Römern in Gebrauch, sondern auch in Italien.
  • Die „alten“ Frauen und Männer setzen sich einfach vor ihre Häuser und nehmen so am Leben teil. Oder treffen sich zum palavern und rauchen (Männersache) in einem Bistro.
  • Die ligurische Küste eignet sich wunderbar zum Wandern, für mich auf keinen Fall in der Hochsaison – insbesondere im Nationalpark Cinque Terre (Eintritt 7 Euro fufzig). Im Sommer schieben sich Millionen von Touristen durch die fünf Dörfer.
  • Im Oktober ist das Wetter in Liguren mal so, mal so. Wir hatten Glück, es regnete nur in der Nacht. Also tagsüber nicht da wo wir gerade waren – Planung geht über alles 😉
  • „Ciao Ragazzi“ sagen sich auch Erwachsene.
  • Die ligurischen Oliven sind klein und schmecken fantastisch – mit Stein im Salzwasser konserviert kaufen und zu Hause zum Glas Rotwein vor dem Essen geniessen.
  • Ich kann mich nicht erinnern, jemals einen Olivenhain gesehen zu haben. Wunderschön.
  • Genua ist eine grosse Stadt. Die Altstadt ist jedoch wegen der schmalen Gassen autofrei und einen Besuch wert. Der Eintrittspreis ins Aquarium mit 25 Euro für einen Erwachsenen und 15 Euro für ein Kind hat uns etwas überrascht.
  • Nein, ich hatte keine Ahnung, dass die Focaccia die „Königin“ der ligurischen Küche ist. Dass sie für die Genueser ein Mythos ist, ein Symbol ihrer Heimat… die Focaccia war auf jeden Fall „Essensliebe auf den ersten Biss“… und es gibt sogar ein Rezept dazu… hier geht’s zum Focaccia Rezept. Yessss! Vielleicht, wenn die Sehnsucht dann gross genug ist… gibt es bei mir irgendwann eine selbst gebackene Focaccia…

Und hier die Bildwelt dazu: Nach der Ankunft schnell ans Meer.

P1040922.JPG

Sestri Levante in der Abenddämmerung.

Sestri Levante Italien

An den kleinen Läden gefüllt mit Gemüse und Obst kann ich mich kaum satt sehen. Zu Hause in der Schweiz kaum mehr anzutreffen.

Früchte Italien

Gemüse Italien

Ich fass‘ es nicht. Sogar gerüsteter Salat wartet – ganz natürlich noch im Sieb – auf Kunden. Hach, gäbe es denn doch bei mir um die Ecke…

Salat

Zug fahren ist in Ligurien einfach und für Schweizer Verhältnisse billig. Von Sestri Levante per Zug nach Vernazza und dann im Nationalpark Cinque Terre auf dem Wanderweg nach Monterosso al Mare. Wir sind „antizyklisch“ gewandert. Darüber war ich gar nicht unglücklich, weil wir unser Tempo meiner Mama angepasst haben und das Kreuzen angenehmer war, als das überholen lassen. Hier Blick von Vernazza in die Weinberge, in denen wir hoch gewandert sind. Unbedingt mit Wanderschuhen, mindestens Trekkingschuhen laufen – der Weg ist glitschig.

Vernazza Ligurien

Der Wanderweg ist zwar meistens nicht zu verfehlen, hat aber trotzdem offizielle Wanderzeichen.

Wanderzeichen SL

Blick zurück nach Vernazza. Blick nach vorne… Monterosso al Mare… mit meiner Mama und dem Kind, das „tapfer“ den Rucksack von ihr trägt (so ohne Hüftgurt und mit dem Gewicht nicht ganz ohne).

Cinque Terre Ligurien Italien

In genau diesem Laden unbedingt am letzten Tag frische Ravioli kaufen und in einer Kühltasche und Eis (!) nach Hause nehmen. Die Signora war zwar von meiner Kühltasche nicht überzeugt (meine Kühlaggregate waren zu wenig kühl vom Hotelkühlschrank)… die Ravioli haben keine Konservierungsmittel und Ricotta ist darin enthalten… das lässt sich aber mit einer Portion Eis vom Hotel beheben.

Pastificio Moderno Sestri Levante

Ravioli

Wunderschöne Olivenhaine finden sich auch entlang der Wanderung von Sestri Levante nach Punta Manara. Und wer – wie ich – einen kleinen Olivenbaum nach Hause nehmen will, findet Exemplare in verschiedenen Grössen in der Gärtnerei: Il Garden, Azienda Agricola, Pastorelli, V. per S. Vittoria 41, Sestri Levante.

Olivenhain

Blick auf Sestri Levante auf der Wanderung nach Punta Manara.

Sestri Levante Italien

Auf halbem Weg auf zwei Häuser getroffen – fünf Personen leben hier oben. Damit der Küstenwind die Ziegel nicht vom Dach fegt, liegen Steine drauf.

Küstenhaus Küstengarten

In der „Salumi und Formaggio“ in Sestri Levante haben wir den lokalen Salami gekauft, ligurische Oliven, Salzmischungen… herrlich! Leider ist mir der Kassenbon mit der Adresse irgendwie abhanden gekommen.

Salami

Schinken Oliven

„Unsere“ focacceria, Mittagessen für sieben Tage. Panificio Luca, Via XXV Aprile, Sestri Levante.

Foccaceria Sestri Levante

Focaccia Träume.

Foccacia

Die Überraschung von Italien. Unbedingt eine Nummer ziehen, sonst bist du nie an der Reihe. Sogar auf dem Markt gesehen.

P1050178.JPG

Ab 18.00 Uhr geht’s in den Apéro. Ab frühestens 19.00 Uhr zum Nachtessen. In Ligurien ist es Tradition zum Apérogetränk (Wein, Bier, Cocktails) etwas für den Magen zu reichen. Wir haben verschiedene Bistro, Bars, Osterias, besucht. Aber „best in town“ ist und bleibt für uns das Nonna Peppina Cafè. Zu finden an der Via della Chiusa 8/10, Sestri Levante. Da habe ich auch das Eis für meine Ravioli geholt – grazie!

best apero in town Sestri Levante

Und zum Abschluss, Fischfallen.

Fischfallen

Salve. Ciao Ragazzi. Bis zum nächsten Mal.


3 Gedanken zu “Italien. Ligurische Küste.

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