Gut gebrüllt Löwe.

Nein, Löwen haben wir leider in unseren Ferien in Namibia nicht gesehen. Vielleicht deshalb waren die Löwenmäuler auf dem Blumenfeld auf den ersten Blick gewählt. Zusammen mit einem filigranen Gras, das einen schönen Rahmen gibt, vor allem „in natura“, denn auf den meisten Fotos sieht es eher etwas wild aus. Wobei, wild und Löwe ja auch passt.

Aber eigentlich muss ich heute unbedingt über Momo schreiben. Das Kind ist nun in der 4. Klasse und beinahe seit er lesen lernt, gibt es einen Serien-Hausaufgaben-Termin. Jede Woche gegen Unterschrift auf dem Lesepass muss-darf das Kind drei Mal zehn Minuten vorlesen.

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Nun zum Auftakt in das neue Schuljahr gab es für alle Schüler das Buch Momo.

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Darf man das? Aus einem Buch eine kurze Textpassage abschreiben?

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Ich fand den Teil so schön und irgendwie passt er auch symbolisch zum Löwen, weil der Text eine Stärke und Präsenz hat, die mich berührt hat.

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Kleiner Einschub: Mit den Blumen lande ich am Schluss meistens auf der Werkbank (und natürlich eine zweite Vase auf dem Schreibtisch, für meine Homeoffice-Stunden). Die Vase ist eigentlich ein Kerzen“ständer“. Ich habe ein Konfitürenglas hineingestellt.

Löwenmäuler

Also, ich wage es (Quellenangabe: Auszug aus Momo von Michael Ende):

„Wirklich zuhören können nur ganz wenige Menschen. Und so wie Momo sich aufs Zuhören verstand, war es ganz und gar einmalig. Momo konnte zuhören, dass dummen Leuten plötzlich sehr gescheite Gedanken kamen. Nicht etwa, weil sie etwas sagte oder fragte, was den anderen auf solche Gedanken brachte, nein, sie sass nur da und hörte einfach zu, mit aller Aufmerksamkeit und Anteilnahme. Dabei schaute sie den anderen mit ihren grossen, dunklen Augen an und der Betreffende fühlte, wie in ihm auf einmal Gedanken auftauchten, von denen er nie geahnt hatte, dass sie in ihm steckten.

Sie konnte so zuhören, dass ratlose oder unentschlossene Leute auf einmal ganz genau wussten, was sie wollten. Oder dass Schüchterne sich plötzlich frei und mutig fühlten. Oder dass Unglückliche und Bedrückte zuversichtlich und froh wurden. Und wenn jemand meinte, sein Leben sei ganz verfehlt und bedeutungslos und er selbst nur irgendeiner unter Millionen, einer, auf den es überhaupt nicht ankommt und der ebenso schnell ersetzt werden kann wie an kaputter Topf – und er ging hin und erzählte alles das der kleinen Momo, dann wurde ihm, noch während er redete, auf geheimnisvolle Weise klar, dass er sich gründlich irrte, dass es ihn, genauso wie er war, unter allen Menschen nur ein einziges Mal gab und dass er deshalb auf seine besondere Weise für die Welt wichtig war.

So konnte Momo zuhören!“

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Mit verzauberten Grüssen sende ich die Löwenmäuler, die Gräser und Momo an Holunderbluetchen.


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